Cyber & Datenschutz: Mindestanforderungen für B2B- und B2C-Geschäft
Von FoundersCover Team. Aktualisiert am 14.02.2026. Lesezeit 5 Min.
Datenverlust ist für Tech-Startups oft tödlicher als Feuer. Enterprise-Kunden fordern Cyber-Policen. Wichtig sind: Forensik-Kosten (Hack untersuchen), Drittschäden (Datenleck beim Kunden) und Betriebsunterbrechung.
Warum das Thema wichtig ist
Ein Datenleck kann drei Arten von Kosten auslösen: Eigene Kosten (Forensik, Recovery), Ansprüche Dritter (Kunden klagen auf Schadenersatz) und Behördenstrafen (DSGVO). Ohne Absicherung ist der Runway schnell bei Null. Welche dieser Kosten die Cyber-Police trägt und welche über die IT-Haftpflicht laufen, trennt der Vergleich Cyberversicherung oder IT-Haftpflicht anhand typischer Schadenfälle.
Was du konkret wissen musst
Eine Cyber-Versicherung deckt meist:
- Incident Response: 24/7 Hotline mit IT-Forensikern.
- Eigenschaden: Datenwiederherstellung, Erpressungsgelder (Ransomware - je nach Anbieter).
- Drittschaden: Haftung, wenn ihr Viren weiterleitet oder Kundendaten verliert.
Typische Fehler & Missverständnisse
- Fehler: Denken, "die Cloud" macht das Backup, also bin ich sicher. Cloud-Provider haften oft nicht für EUER Datenmanagement.
- Missverständnis: "Ich bin zu klein für Hacker." Hacker nutzen Bots. Die scannen jeden, der offene Ports hat.
Pragmatische Empfehlung (Must-have vs. Later)
- Must-have: IT-Haftpflicht inkl. "Cyber-Drittschäden" (wenn ihr Daten verliert, zahlt die Versicherung den Schaden beim Kunden).
- Later: Eine volle "Cyber-Eigenschaden"-Police (die eure eigene IT repariert) wird wichtig, sobald ein Ausfall euch >10k€/Tag kostet.
Checkliste: Cyber-Hygiene
- 2-Faktor-Authentifizierung (2FA) überall aktiviert?
- Backups getrennt vom Netz (Offline/Immutable)?
- Mitarbeiter-Schulung (Phishing) gemacht?
- Incident Response Plan (Wen rufen wir an?) vorhanden?
- Versicherungssumme passend zum Datenvolumen?
Mini-FAQ
Zahlt die Versicherung bei DSGVO-Bußgeldern?
Theoretisch oft versichert, aber rechtlich in Deutschland umstritten. Verlasst euch nicht darauf.
Was ist "Social Engineering"?
Z.B. CEO-Fraud (Fake-Chef fordert Überweisung). Gute Policen decken das ab.
Brauche ich eine Firewall für die Versicherung?
Ja, Mindeststandards (Virenscanner, Updates, Backups) sind Pflicht. Sonst zahlt keine Versicherung.
Wie reagiert die Versicherung im Notfall?
Ihr bekommt eine Notfall-Nummer. Da sitzen IT-Experten, die sofort (auch nachts) helfen.
Was kostet eine Cyber-Police?
Ein echtes Beispiel aus unseren Angeboten: eine eigene Cyber-Police mit 100.000 € Deckungssumme, inklusive Betriebsunterbrechung und 1.000 € Selbstbehalt, bei bis zu 150.000 € Umsatz für 404,60 € im Jahr, brutto, Stand 07/2026. Mit 500.000 € Deckungssumme liegt der Beitrag je nach Umsatz und Betriebsunterbrechung zwischen 623,56 € und 740,48 €.
Deckt das auch Home-Office?
Ja, in der Regel sind firmeneigene Geräte im Home-Office gedeckt.
Nächste Schritte
Prüft, ob ihr eine reine Haftpflicht habt oder echte "Cyber-Eigenschaden"-Deckung. Fragt euren Tech-Lead: "Was kostet uns 3 Tage Totalausfall?"