Haftung in Verträgen: Welche Versicherungen euch wirklich absichern
Von FoundersCover Team. Aktualisiert am 14.02.2026. Lesezeit 6 Min.
Verträge diktieren euer Risiko. Versicherungen decken (meistens) nur die gesetzliche Haftung, nicht alle vertraglichen Zusagen. Checkt eure Liability Caps und Indemnification Clauses genau, bevor ihr unterschreibt.
Warum das Thema wichtig ist
B2B-Verträge sind oft voll von Haftungsklauseln ("Liability Caps", "Indemnification"). Wenn ihr hier zu viel versprecht (z.B. unbegrenzte Haftung für Datenverlust), kann das eure Existenz bedrohen – und eure Versicherung deckt es eventuell gar nicht ab. Die zweite Frage ist, ob eure Police eure tatsächliche Tätigkeit überhaupt erfasst: Wie weit die offene Berufsbilddeckung euer Geschäftsmodell trägt und was ihr bei einem Pivot melden müsst, steht in einem eigenen Guide.
Was du konkret wissen musst
Versicherungen unterscheiden zwischen:
- Gesetzlicher Haftung: Das, wofür ihr laut Gesetz (BGB) haften müsst (Fahrlässigkeit, Vorsatz). Das ist meist versichert.
- Vertraglicher Haftung: Das, was ihr "extra" versprecht (z.B. Garantien, Vertragsstrafen). Das ist oft NICHT versichert.
Typische Fehler & Missverständnisse
- Fehler: "Meine Versicherung zahlt schon." Nein, sie zahlt nicht für Vertragsstrafen (Penalties) oder Garantieverletzungen.
- Missverständnis: Unbegrenzte Haftung akzeptieren, "weil wir eh nie Fehler machen". Ein Fehler reicht für die Insolvenz.
Pragmatische Empfehlung (Must-have vs. Later)
- Must-have: Begrenzt eure Haftung im Vertrag auf die Deckungssumme eurer Versicherung (z.B. "Haftung begrenzt auf 5 Mio. € pro Jahr").
- Later: Komplexe Klauseln zu "Indirect Damages" oder "Loss of Profit" verhandeln oft erst Anwälte bei Series A Deals.
Checkliste: Vertrags-Check
- Gibt es ein "Limitation of Liability" (Haftungsobergrenze)?
- Passt die Obergrenze zu meiner Versicherungssumme?
- Sind "Consequential Damages" (Folgeschäden) ausgeschlossen?
- Werden Vertragsstrafen (Pauschalen) vereinbart? (Vorsicht!)
- Verlangt der Kunde Freistellungen (Indemnification) für IP-Verletzungen? (Checkt eure IT-Haftpflicht!)
Mini-FAQ
Deckt die Versicherung Vertragsstrafen?
Fast nie. Wenn ihr zusagt, bei Verzug 500€ pro Tag zu zahlen, ist das euer unternehmerisches Risiko.
Was ist "Indemnification"?
Eine Freistellung. Der Kunde will, dass ihr ihn schadlos haltet, wenn Dritte ihn verklagen (z.B. wegen eurer Software). Das ist oft versicherbar (IT-Haftpflicht).
Kann ich unbegrenzt haften?
Könnt ihr schon, aber eure Versicherung hat immer eine Maximalsumme. Der Rest kommt aus eurem Cashflow (oder Insolvenzmasse).
Was sind "SLA Credits"?
Rückerstattungen bei Downtime. Das ist meist nicht versichert, sondern ein Rabatt.
Hilft die Versicherung bei der Vertragsprüfung?
Makler (wie wir) können oft Feedback zu den Versicherungsklauseln geben, aber keine Rechtsberatung zum ganzen Vertrag.
Was, wenn der Kunde US-Recht will?
Vorsicht! US-Recht kann teure Punitive Damages beinhalten. Prüft, ob eure Police weltweit inkl. USA gilt.
Nächste Schritte
Legt euch Standardklauseln für "Limitation of Liability" zurecht. Fragt euren Anwalt nach einem "Fallback", das ihr in Verhandlungen nutzen könnt.