Subunternehmer & Freelancer: Wer haftet – und wie ihr euch schützt
Von FoundersCover Team. Aktualisiert am 14.02.2026. Lesezeit 5 Min.
Wenn Freelancer für euch Fehler machen, haftet oft ihr gegenüber dem Kunden. Eure Versicherung sollte Subunternehmer mit abdecken („Subsidiärdeckung“). Prüft trotzdem, ob Freelancer eigene Policen haben.
Warum das Thema wichtig ist
Startups skalieren oft mit Freelancern. Wenn der Freelancer den Datenbank-Fehler macht, verklagt der Enterprise-Kunde aber EUCH (den Vertragspartner). Ihr haftet für das Verschulden eurer Erfüllungsgehilfen wie für eigenes.
Was du konkret wissen musst
Es gibt zwei Sicherheitsnetze:
- Eigene Versicherung des Freelancers: Der Idealfall. Er haftet selbst.
- Eure Versicherung (Subsidiärdeckung): Eure Police springt ein, wenn der Freelancer nicht zahlen kann oder keine Versicherung hat.
Typische Fehler & Missverständnisse
- Fehler: "Der Freelancer hat einen Vertrag unterschrieben, dass er haftet." Das Papier ist wertlos, wenn er kein Geld hat.
- Missverständnis: Automatische Mitversicherung. Prüft in den Bedingungen, ob Subunternehmer explizit eingeschlossen sind!
Pragmatische Empfehlung (Must-have vs. Later)
- Must-have: Klausel in eure IT-Haftpflicht aufnehmen, dass Subunternehmer mitversichert sind. Das kostet oft nichts extra.
- Later: Von jedem Freelancer ab Tag 1 einen Versicherungsnachweis fordern (administrativer Aufwand).
Checkliste: Onboarding Freelancer
- Schriftlicher Vertrag (NDA + Leistungsbeschreibung)?
- Haftungsklausel im Freelancer-Vertrag?
- AV-Vertrag (Datenschutz) geschlossen?
- Prüfung: Ist meine eigene Police "Subunternehmer-fest"?
- Bei High-Risk Tasks (Root-Zugriff): Eigener Versicherungsnachweis des Freelancers vorliegen?
Mini-FAQ
Muss jeder Freelancer eine eigene Versicherung haben?
Rechtlich nicht, aber es ist sehr ratsam. Sonst wird eure Schadenquote belastet, wenn er Fehler macht.
Was bedeutet "Subsidiärdeckung"?
Eure Versicherung zahlt erst, wenn beim Subunternehmer nichts zu holen ist (oder er nicht versichert ist).
Hafte ich auch für Datenschutzverstöße des Freelancers?
Ja, als Auftraggeber seid ihr oft mit in der Verantwortung (Art. 28 DSGVO).
Gilt das auch für Offshore-Entwickler?
Ja. Gerade da ist Regress oft schwer. Eure Police sollte weltweit gelten.
Wie weise ich das meinem Enterprise-Kunden nach?
Im COI steht oft nichts zu Subunternehmern. Ihr bestätigt vertraglich, dass ihr für Subs einsteht.
Erhöht sich mein Beitrag durch viele Freelancer?
Meist berechnet sich der Beitrag nach Umsatz, nicht nach Headcount (egal ob fest oder frei).
Nächste Schritte
Checkt eure Versicherungspolice auf das Stichwort "Subunternehmer" oder "Erfüllungsgehilfen". Wenn es fehlt: Mail an den Makler.