D&O Versicherung – Personenschutz für Gründer & Geschäftsführer
Von FoundersCover Team. Aktualisiert am 14.02.2026. Lesezeit 5 Min.
Die D&O (Directors & Officers) ist die "Berufshaftpflicht für Chefs". Sie schützt Geschäftsführer davor, bei Fehlentscheidungen mit ihrem Privatvermögen zu haften. Investoren fordern sie fast immer, um das Management absichern.
Warum D&O für Startups unverzichtbar ist
Als GmbH-Geschäftsführer haftet ihr persönlich und unbegrenzt gegenüber der Gesellschaft ("Innenhaftung"), wenn ihr die "Sorgfalt eines ordentlichen Geschäftsmanns" verletzt. Eine einfache Fehlkalkulation reicht nicht, aber Compliance-Verstöße, unbezahlte Steuern oder Insolvenzverschleppung sind Sprengstoff. Gehört euch die GmbH allein, läuft die Innenhaftung faktisch leer, die Risiken aus Insolvenz, Steuern und Sozialversicherung bleiben aber: was das für Gesellschafter-Geschäftsführer bedeutet.
Was du konkret wissen musst
Die D&O funktionert in zwei Richtungen:
- Innehverhältnis (Die Firma verklagt euch): Häufigster Fall. Neuer Gesellschafter/Investor verklagt den CEO wegen Fehlern.
- Außenverhältnis (Dritte verklagen euch): Finanzamt (Steuern), Sozialkassen, Lieferanten greifen auf Privatvermögen zu.
Typische Fehler & Missverständnisse
- Fehler: Denken "Wir sind Freunde, wir verklagen uns nicht." Beim Exit oder Insolvenz entscheidet oft der Insolvenzverwalter oder neue Investor. Freunde sind dann egal.
- Missverständnis: "Ich habe doch die GmbH-Haftungsbeschränkung." Die gilt für die Firma, nicht für den Geschäftsführer bei Pflichtverletzungen!
Pragmatische Empfehlung (Must-have vs. Later)
- Must-have: Sobald es Mitgründer, Fremdgeschäftsführer oder externe Investoren gibt. Deckungssumme 1 Mio. €+. Das persönliche Haftungsrisiko gegenüber Finanzamt, Sozialversicherung und Insolvenzverwalter besteht allerdings schon ab der Eintragung, nicht erst ab der Series A. Dazu kommt: Die günstigen Startup-Tarife sind nur in den ersten 18 bis 36 Monaten zugänglich.
- Later: Persönliche D&O (eigene Police nur für MICH, nicht von der Firma bezahlt). Luxus-Lösung für maximale Sicherheit.
Checkliste: Gute D&O
- Verzicht auf Kündigung im Schadenfall?
- Abwehr von Ansprüchen bei Insolvenz (Insolvenzverwalter)?
- Nachmeldefrist (min. 5 Jahre) nach Ausscheiden?
- Gehaltsfortzahlung bei Aufrechnung?
- Reputationsschäden (PR-Berater) gedeckt?
- Kein Selbstbehalt (außer gesetzlich vorgeschrieben bei AGs)?
Mini-FAQ
Wer zahlt die D&O?
Die Firma zahlt den Beitrag für ihre Organe (GFs). Es ist eine Firmenversicherung.
Gibt es einen Selbstbehalt?
Für GmbH-Geschäftsführer ist 0€ Selbstbehalt Standard. (Bei AG-Vorständen sind 10% Pflicht).
Haftet die D&O bei Insolvenzverschleppung?
Heikles Thema. Die Abwehrkosten (Anwalt, Gutachter) oft ja. Der Schaden selbst oft nein (Vorsatz). Prüft das Kleingedruckte!
Schützt sie auch leitende Angestellte?
Oft sind Prokuristen und leitende Angestellte mitversichert.
Was kostet eine D&O?
Für Startups (bis 5 Mio. Umsatz) ca. 500 – 1.500 € im Jahr. Wie sich die D&O-Preise je Startup-Phase entwickeln und was die anderen Sparten kosten, liest du im Kosten-Guide.
Gilt sie rückwirkend?
Ja, oft gibt es eine "Rückwärtsdeckung" für Fehler, die vor Vertragsbeginn gemacht, aber noch nicht entdeckt wurden.
Nächste Schritte
Wenn VCs das Term Sheet schicken: D&O Klausel prüfen und Angebot einholen. Nicht erst beim Notar.